Gadgets: Entstehung, Entwicklung und Bedeutung

Bedeutung Gadget

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Sie sind in aller Munde und werden offenbar mittlerweile von Personen wirklich aller Alters- und Berufsklassen genutzt: Gadgets erfreuen sich seit einiger Zeit einer stetig wachsenden Beliebtheit und scheinen keineswegs einen kurzen Hype darzustellen, der in naher Zukunft wieder zu verschwinden droht. Umso interessanter ist es folglich, wie es zu der Entstehung dieser technischen Kleinsthelfer gekommen ist, und vor allem, wie diese an ihren Namen, welcher sich übrigens bereits in unzähligen Nachschlagewerken wie dem Duden finden lässt, gelangen sind. Alles, was es über die Namens-Entstehung, -entwicklung und -bedeutung von Gadgets zu wissen gibt, erläutern die folgenden Zeilen.

Ungenauigkeit und Definitionsprobleme

Hinsichtlich der eigentlichen Entstehung des Wortes Gadget herrscht innerhalb der Sprachwissenschaft eine erstaunlich große Uneinigkeit. Selbst moderne Linguisten tun sich mit der Deutung dieser Begrifflichkeit sehr schwer. So verweist ein Eintrag in dem Oxford English Dictionary, dem englischen Pendant des Dudens, auf eine Entstehungsgeschichte innerhalb der Literatur, nach der in einem englischen Roman Gadget das erste Mal im neunzehnten Jahrhundert als ein Begriff für eine technische Errungenschaft genutzt wurde, an dessen Name man sich nicht erinnern könne. Für den deutschen Sprachgebrauch ließe sich hier das allseits bekannte, allerdings alles andere als fachlich anerkannte, „Dingens“ als Übersetzung heranziehen. Eine durchaus plausible Erklärung also, wobei die Verbreitung, ausgehend von einer einzigen Erwähnung in einem Buch der frühen angloamerikanischen Romanhistorie eher anzuzweifeln ist: Dass sich das damalige Buch („Spunyarn and Spindrift, A sailor boy’s log of a voyage out and home in a China tea-clipper“) einer so großen Leserschaft erfreute, dass sich der dort enthaltene Begriff tatsächlich so schnell verbreiten konnte, ist eher fraglich.

Etwas mehr Bestand hat demnach die zweite Theorie: Das Wort „gâchette“ galt und gilt heute noch im Französischen als eine allgemein gebräuchliche Bezeichnung für Teile des Schließmechanismus von Schlössern. Gut möglich also, dass der Begriff allmählich in den englischen Sprachkorpus integriert wurde, als etwa die unzähligen England-Frankreich-Kriege sowie die etlichen Freihandelsabkommen einen starken Kontakt zwischen Soldaten sowie einfachen Bürgern bewirkten. Auch die dritte Theorie weist französische Wurzeln auf: Eine frühe Handwerkerfirma namens Gaget, Gauthier & Cie sorgte dieser Hypothese nach für die Verbreitung des Begriffs Gadget, als diese an der Konstruktion für die amerikanische Freiheitsstatue beteiligt war und deren Name unter den damals an der Errichtung der Statue beteiligten Arbeitern zum Synonym für ausgefallene Konstruktionen wurde.

Verlauf und heutige Bedeutung von Gagdets

Ungeachtet der eigentlichen Wortherkunft lässt sich für den Begriff Gadget eine erkennbare Bedeutungsverschiebung innerhalb der letzten 50 Jahre erkennen. So wurde der Ausdruck Gadget zunächst vor allem in der Filmbranche genutzt. „Inspector Gadget“ beispielsweise, eine Figur, die für ihren Sinn für Gerechtigkeit und Hang zu technischen Errungenschaften bekannt ist, oder „James Bond“, der berühmt berüchtigte Agent, welcher in seinen jungen Jahren noch durch seinen Assistenten „Q“ mit Spionage- und Waffenkreationen versorgt wurde, brachten erstmals den umgangssprachlichen Gebrauch des Begriffs mit sich. Allmählich wurden Gadgets dann mehr und mehr mit Charakteren aus Sendungen wie „The Big Bang Theory“ oder „The IT Crowd“, die mit ausgefallenen Spielereien für Belustigung unter den Zuschauern sorgten, in Verbindung gebracht. So lässt sich auch der letztendliche Übergang in den Bereich des Unterhaltungs- und Kommunikationssektors erklären: Aufgegriffen von großen Herstellern, die einerseits ihren Geräten an sich, gleichzeitig aber auch möglichen Zubehör- und Zusatzartikeln eine griffige Bezeichnung verpassen wollten, und den Begriff nun als Schlagwort einsetzten, konnte sich dieser nach und nach einen festen Platz im Sprachgebrauch der internationalen Sprachgemeinschaft sichern und gilt mittlerweile als ein anerkanntes, wenn auch nicht eindeutig erklärbares, Neuwort.